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Nestlé mit seinen zwar schmackhaften, aber auch sündhaft teuren Kapseln geht es langsam an den Kragen. Mittlerweile hat sich bei der Firma die Nespresso-Marke zur lukrativsten entwickelt, weil so viele Menschen sich die Maschinen zugelegt haben und ähnlich wie mit überteuerten Druckerpatronen für Nachschub sorgen müssen.

Angefangen hatte vor einiger Zeit ein mutiger Ex-Manager mit einer eigenen Firma (Caffe' Vergnano 1882) das eigentlich patentierte Kapselformat anzubieten. Die Kapseln werden im ökologischen Kunststoffmantel z.B. bei REWE angeboten. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Geschmack und Cremigkeit deutlich hinter den Originalkapseln liegen. Der Vorteil liegt in der einfachen Supermarkterreichbarkeit und im Preis von 2,99 Euro für 10 Kapseln. Bei Nespresso liegt der 10er-Preis zwischen 3,50-3,90 Euro. Auch andere Supermarktanbieter kamen nach. Einen interessanten Überblick mit geschmacklichen Tests gibt es bei dietestberichtseite.blogspot.de. Die qualitative Vorsprung lässt Nestlé vorerst Vorrecht behalten.

Interessanter wird es nun mit einem neuen Giganten in der Arena: Senseo vom D.E. Master Blenders 1753 Konzern. Dort kann man mit ganz anderes Kapsel/Pad-Erfahrung und Werbebudget arbeiten. So wird man demnächst um Werbungen für die Senseoalternative nicht herumkommen. Billig abspeisen lässt sich die Konkurrenz aber auch nicht: 3,29 Euro zahlt man für 10 Kapseln. Allerdings gibt es hier keine schicke Aluminiumhülle, bei der man sich einen Weichmacheranteil wegdenken könnte. Was ökologisch sinnvoller ist, wird vermutlich selbst für Wissenschaftler schwierig zu beantworten sein. Auf den Kaffeegeschmack bin ich noch gespannt.

Vier Sorten stehen zur Verfügung: Als Lungo gibt es den Profondo und Fragrante und als Espresso Supremo und Forza.

Wer spamrobust ist kann die Varianten kostenlos testen. Auf die Erfahrungen bin ich gespannt. Wer möchte kann unter dem Artikel ohne Anmeldung sein Kommentar dazu hinterlassen. Ich selbst werde mich auch mal im Coffee Cupping (der Kaffee-Degustation) üben.

Achja, Nespresso behält sich juristische Schritte gegen die Mitstreiter vor. Aber irgendwie scheint das Monopol doch gebrochen. Ohne vorherige juristische Prüfung wäre man bei Senseo wohl nicht auf den Markt gegangen. Oder man kalkuliert mit einer erfolgreichen Dauerschlacht ähnlich wie bei Apple und Samsung.

 

Update: Mittlerweile habe ich viele Alternativkapseln durchprobiert. Neben der Tatsache, dass es sich dabei immer um Kunststoffkapseln handelt, denen bei 140°C und 19bar jegliche Weichmacher ausgetrieben werden, war das Geschmackserlebnis auch bescheiden. Wie es in einem Kommentar mal passend beschrieben wurde, haben die anderen Anbieter die Geschmacksintensität einer doppelt genutzten Nespresso-Kapsel. Zudem ist kaum Cremigkeit zu erkennen. Nur Senseo bot etwas mehr Aroma, allerdings ließ sich manch eine Kapsel nur nach mehrfachen Versuchen und Zuhilfenahme eines Messers vom Wasserstrahl durchlaufen - und das bei einem ähnlichen Preis. Meine Empfehlung: Wer gerne guten Espresso trinkt und viel Wert auf Geschmack legt, kommt weiterhin um die Originalkapsel nicht herum. Wer allerdings die Maschine für viel Kaffee nutzt und einfach das Koffein braucht, der sollte günstige Anbieter wählen und die Nespresso-Kapseln für Momente des Genusses bewahren. Meine beste Erfahrung unter den günstigen Anbietern habe ich mit dem Pionier des Kapselangriffs auf Nespresso: der schweizer Discounter Denner (Mein Favorit: Dolce Vita). Beliefert wird die Kette von einer anderen MIGROS Tochter namens DELICA AG. In Deutschland werden deren Produkte als Café Royal im eigenen Onlineshop für 3,09€ pro 10 Kapseln vertrieben.