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Wie Ihr vielleicht auch zunehmend beobachtet drängen immer mehr Anbieter auf den Markt der Kaffee-Kapseln. In meinen Augen zumindest ungeschlagen bleibt bisher beim Geschmack der amtierende Marktführer Nespresso. Doch ist dies für den täglichen Genuss, ein eher teures Hobby. So wundert es nicht, dass andere Unternehmen versuchen für die Kaffe-Automaten eigene Kapseln anzubieten. 

Von den ersten Versuchen haben wir Euch bereits an anderer Stelle berichtet. Nun hat auch das Verbrauchermagazin WISO sich mit dem Thema befasst und einen kleinen, interessanten Test mit den Alternativanbietern unternommmen.

Kurz in Test gezeigt aber leider nicht getestet wurde die vor wenigen Wochen bei Lidl eingeführte Alternative für Nespresso-Automaten Bellaroma Kaffee-Kapseln in den Geschmacksrichtungen Classico, Ristretto und Azzurro Lungo. Ich habe mich mal für Euch geopfert und einen ersten persönlichen Test gewagt. 

Getestet wurde die Sorte Azzurro Lungo von der Lidl-Marke Bellaroma. Preis für die 10er Packung 1,99 Euro, damit ein Stückpreis von ca. 0,20 Euro je Kapsel. Nach meinem Wissen eine der günstigsten Alternativen auf dem Markt.

Wie man auf den ersten Blick erkennt, ist jede Kapsel separat verpackt. Ist dies angesichts der wachsenden Müllberge unbedingt notwenig fragen wir uns? Beim Öffnen der ersten Packung findet man schnell die Lösung - JA! Den man riecht sofort einen intensiven Kaffeegeruch, der dem zwar ähnlichen aber nicht gleichen Kapseldesign geschuldet ist. Die Kapseln haben an einem der Enden eine Art Filder oder ein Sieb, so dass sie nicht vollständig verschlossen sind und dies erklärt zumindest den Kaffeegeruch und die zum Schutz des Aromas benötigte Extraverpackung. Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die Kapseln aus Kunststoff bestehen, was ich persönlich etwas negativ finde. Beim praktischen Test gab es keine Beanstandung, die Kapseln passten gut in die verwendete Nespresso-Maschine (Krups XN 3005 Pixie), es gibt keine ungewöhnlichen Geräusche, auch der Kaffee sieht gut aus und riecht angenehm. Kommen wir nun zum vielleicht wichtigsten Punkt dem Geschmack. Da ich schwarzen, puren Kaffee überhaupt nicht mag als abgemilderte Version - einem Latte macchiato. Fazit: ein neuer Geschmack, etwas herber, aber dennoch gut und die Preis-Leistung stimmt.

Praktsich auch, wer sich mit einem Vorrat der Kapseln eindecken möchte oder gleich alle drei Sorten ausprobieren will, kann diese auch direkt bei Lidl online bestellen. Bei größeren Bestellung oder wenn man eh andere Dinge bei Lidl bestellen will sind die 4,95 Euro Versandkosten weniger störend, aber vielleicht lässt sich Lidl noch von anderen Kaffeeanbietern inspirieren und entwickelt einen Kaffee-Lieferweg mit geringeren oder evtl. kostenfreien Lösungen - wünschenswert wäre es aus unserer Sicht zumindest.

Wenn Euch evtl. noch eine passende Nespresso-Maschine fehlen sollte, schaut auf folgender Seite vorbei. Hier informieren wir regelmässig über interessante Cashback bzw. Guthabenaktionen, mit der man evtl. sein Wunschmodell günstig bekommen kann.

Nestlé mit seinen zwar schmackhaften, aber auch sündhaft teuren Kapseln geht es langsam an den Kragen. Mittlerweile hat sich bei der Firma die Nespresso-Marke zur lukrativsten entwickelt, weil so viele Menschen sich die Maschinen zugelegt haben und ähnlich wie mit überteuerten Druckerpatronen für Nachschub sorgen müssen.

Angefangen hatte vor einiger Zeit ein mutiger Ex-Manager mit einer eigenen Firma (Caffe' Vergnano 1882) das eigentlich patentierte Kapselformat anzubieten. Die Kapseln werden im ökologischen Kunststoffmantel z.B. bei REWE angeboten. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Geschmack und Cremigkeit deutlich hinter den Originalkapseln liegen. Der Vorteil liegt in der einfachen Supermarkterreichbarkeit und im Preis von 2,99 Euro für 10 Kapseln. Bei Nespresso liegt der 10er-Preis zwischen 3,50-3,90 Euro. Auch andere Supermarktanbieter kamen nach. Einen interessanten Überblick mit geschmacklichen Tests gibt es bei dietestberichtseite.blogspot.de. Die qualitative Vorsprung lässt Nestlé vorerst Vorrecht behalten.

Interessanter wird es nun mit einem neuen Giganten in der Arena: Senseo vom D.E. Master Blenders 1753 Konzern. Dort kann man mit ganz anderes Kapsel/Pad-Erfahrung und Werbebudget arbeiten. So wird man demnächst um Werbungen für die Senseoalternative nicht herumkommen. Billig abspeisen lässt sich die Konkurrenz aber auch nicht: 3,29 Euro zahlt man für 10 Kapseln. Allerdings gibt es hier keine schicke Aluminiumhülle, bei der man sich einen Weichmacheranteil wegdenken könnte. Was ökologisch sinnvoller ist, wird vermutlich selbst für Wissenschaftler schwierig zu beantworten sein. Auf den Kaffeegeschmack bin ich noch gespannt.

Vier Sorten stehen zur Verfügung: Als Lungo gibt es den Profondo und Fragrante und als Espresso Supremo und Forza.

Wer spamrobust ist kann die Varianten kostenlos testen. Auf die Erfahrungen bin ich gespannt. Wer möchte kann unter dem Artikel ohne Anmeldung sein Kommentar dazu hinterlassen. Ich selbst werde mich auch mal im Coffee Cupping (der Kaffee-Degustation) üben.

Achja, Nespresso behält sich juristische Schritte gegen die Mitstreiter vor. Aber irgendwie scheint das Monopol doch gebrochen. Ohne vorherige juristische Prüfung wäre man bei Senseo wohl nicht auf den Markt gegangen. Oder man kalkuliert mit einer erfolgreichen Dauerschlacht ähnlich wie bei Apple und Samsung.

 

Update: Mittlerweile habe ich viele Alternativkapseln durchprobiert. Neben der Tatsache, dass es sich dabei immer um Kunststoffkapseln handelt, denen bei 140°C und 19bar jegliche Weichmacher ausgetrieben werden, war das Geschmackserlebnis auch bescheiden. Wie es in einem Kommentar mal passend beschrieben wurde, haben die anderen Anbieter die Geschmacksintensität einer doppelt genutzten Nespresso-Kapsel. Zudem ist kaum Cremigkeit zu erkennen. Nur Senseo bot etwas mehr Aroma, allerdings ließ sich manch eine Kapsel nur nach mehrfachen Versuchen und Zuhilfenahme eines Messers vom Wasserstrahl durchlaufen - und das bei einem ähnlichen Preis. Meine Empfehlung: Wer gerne guten Espresso trinkt und viel Wert auf Geschmack legt, kommt weiterhin um die Originalkapsel nicht herum. Wer allerdings die Maschine für viel Kaffee nutzt und einfach das Koffein braucht, der sollte günstige Anbieter wählen und die Nespresso-Kapseln für Momente des Genusses bewahren. Meine beste Erfahrung unter den günstigen Anbietern habe ich mit dem Pionier des Kapselangriffs auf Nespresso: der schweizer Discounter Denner (Mein Favorit: Dolce Vita). Beliefert wird die Kette von einer anderen MIGROS Tochter namens DELICA AG. In Deutschland werden deren Produkte als Café Royal im eigenen Onlineshop für 3,09€ pro 10 Kapseln vertrieben.